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Rezensionen

Psychologisch messerscharf, moralisch provokant – ein Roman über die Grenzen des Zuhörens Gert Richters Roman webt ein dichtes Netz aus Schuld, Nähe und Verantwortung um Frank Maria Sellin, einen bezahlten Zuhörer in einem altbürgerlichen „Zuhörbüro“. Hier entladen Klienten ihre Lebensgeschichten – von Seitensprüngen bis zu existenziellen Familiendramen –, ohne Rat zu erwarten, nur mit neutralem Protokoll. Sellin wahrt professionelle Distanz, bis Anne auftaucht: dynamisch, verletzlich, fordernd. Annes Geschichte – der Unfalltod von Mann und Sohn, eine verdrängte Schuld, die Begegnung mit Klara – reißt ihn aus seiner Haltung des Sich-Raushaltens. Zwischen Nähe und Verweigerung entsteht eine sanfte Liebesbeziehung auf Distanz,…
Ein historischer Kriminalroman, der lange nachhallt Der Blutmensch zu Köln hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Vor dem eindrucksvollen Panorama des Kölns im Jahr 1847 entfaltet sich ein Kriminalfall, der weit mehr ist als reine Spannung: Er erzählt von Vorurteilen, Macht, Zweifel – und vom zeitlosen Ringen um Wahrheit und Gerechtigkeit. Der Roman überzeugt durch seine außergewöhnlich dichte Atmosphäre. Der noch unvollendete Dom, die engen Gassen, die sozialen Gegensätze und die Härte des damaligen Rechtssystems werden so lebendig beschrieben, dass man sich mitten in der Stadt wähnt. Besonders stimmig ist dabei der gezielte Einsatz der kölschen Mundart, die…
Ich habe das Buch Der Fluch der Hexenschwestern mit großem Interesse gelesen. Bereits auf den ersten Seiten entfaltet sich eine besondere Magie, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Die Geschichte lebt von vielschichtigen Spannungen sowie geheimnisvollen, kraftvollen Gefühlen und stellt zwei sehr unterschiedliche Kräfte ins Zentrum, deren Gegensätze einen faszinierenden Widerstreit zwischen Licht und Schatten erzeugen. Besonders gelungen empfand ich die Verknüpfung von Fantasie mit historischen Anklängen, die der Erzählung Tiefe und Atmosphäre verleihen. Motive wie Verlust und Wiederfinden, Eifersucht, Nähe und die verbindende Kraft der Liebe geben dem Roman eine emotionale Dimension, die weit über reine Unterhaltung…
Schon das Cover ist interessant, macht neugierig – schlicht, aber eindringlich. Der Drohbrief als zentrales Motiv ist mehr als nur Dekoration: Er verweist bereits auf die unterschwellige Bedrohung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Sabine Schumacher entwirft mit „Du wirst die Nächste sein“ einen Spannungsroman, der ohne übertriebene Brutalität auskommt und gerade dadurch seine Wirkung entfaltet. Ich habe mich beim Lesen oft gefühlt, als stünde ich direkt neben Linda Osterbruck, dieser jungen Justizangestellten, deren Alltag von einer Sekunde auf die andere aus den Fugen gerät. Ich spürte ihre Angst, ihr Misstrauen, aber auch ihre Entschlossenheit. Der Schreibstil ist flüssig,…
Neuauflage Die Handlung knüpft einige Zeit nach den dramatischen Ereignissen des Buchs ››Katjuscha‹‹ an (https://kurzlink.ch/in8c) und erzählt auf originelle und bezaubernde Weise, die Liebesgeschichte der Protagonisten Yvonne und Sven. Sie sind auch ausgestattet mit intensiven telepathischen Fähigkeiten, welche beider Leben so manches Mal verkompliziert, zumal ihre Beziehung eng verknüpft ist mit den Ereignissen des ersten Buchs. So einige Schockmomente und überraschend inszenierte Wendungen sind dadurch garantiert. Die Liebesspiele, denen sich Sven und Yvonne zwischendurch hingeben, kommen sehr romantisch, reizvoll, sexy und anregend rüber. Irritiert haben mich die Handlungssprünge in den einzelnen Kapiteln, die für so einige Cliffhänger sorgen, die Aufklärung…
Wie schon in den vergangenen Jahren beschließe ich mein Lese- und Rezensionsjahr mit einem kleinen Weihnachtsbuch von Valerie le Fiery und Frank Böhm. Auch dieses Mal erwarteten mich liebevoll erzählte Geschichten rund um Weihnachten, Familien und Kinderwünsche – kleine Erzählperlen, die zum Innehalten einladen, ein Lächeln schenken und das Herz wärmen. Ich begegnete einer wundervollen Fee und einer kleinen, mutigen Maus, die ihre Mäusefamilie begeistert dazu brachte, Weihnachten wie die Menschen zu feiern. Zudem lernte ich einen ganz besonderen Engel kennen, entdeckte eine modernisierte Lagerwelt am Nordpol und erlebte im Weihnachtswunderland, wie der Weihnachtsmann auf ein Wunder hoffte, um das…
Oh Captain, my Captain – dieser ikonische Ruf steht seit jeher für den Mut, aufzustehen, wenn geistige Führung verloren geht, und für die Kraft, sich gegen die Bequemlichkeit des Mitlaufens zu stellen. In diesem Geist habe ich Markus Langemanns Essayband gelesen: als Einladung, wieder Haltung anzunehmen, Maß zu finden und meinen inneren Kompass zu schärfen, der in unserer Zeit allzu oft übertönt wird. Das Buch versammelt rund 35 Essays, die in sprachlicher Eleganz, persönlicher Offenheit und gedanklicher Präzision zeigen, wie ein moderner Konservatismus heute verstanden werden kann. Ich habe beim Lesen oft gedacht, wie sehr Langemann es schafft, literarische Schönheit…
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