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Rezensionen

Mit „Macht & Ohnmacht, dem dritten Band der „Schuldigen“-Reihe von Ava J. Thompson, wird die Geschichte der Duarte-Familie nicht nur fortgesetzt, sondern sie trifft mich emotional mitten ins Herz – intensiver, schmerzlicher als je zuvor. Der nächtliche Angriff auf Duarte Island erschüttert mich tief: Emilio Duarte, das unerschütterliche Oberhaupt, wird hingerichtet, vierzehn Soldaten getötet. Die Insel liegt „saubergeräumt“ da – und doch bleibt nur die erdrückende Leere, die mich als Leserin lange nicht loslässt. ​Der Titel berührt mich zutiefst, denn er spiegelt genau das wider, was ich fühle. Matteo, der gebrochene Erbe, sinkt unter der Nachricht vom Tod seines Vaters…
Mit diesem Buch legt die Autorin einen Text vor, der sich bewusst klassischen Autobiografie-Erwartungen entzieht. Statt chronologischer Ordnung entsteht ein eindringlicher Mit diesem Buch legt die Autorin einen Text vor, der sich bewusst klassischen Autobiografie-Erwartungen entzieht. Statt chronologischer Ordnung entsteht ein eindringlicher Erfahrungsbericht, der zwischen Zeugnis, Anklage und Selbstvergewisserung wechselt– und dadurch eine eigene, schwer einzuordnende literarische Form gewinnt. Im Kern steht die Erzählerin im Konflikt mit Institutionen: Behörden, Gerichten, medizinisches System. Prägend ist ihr Gefühl, vom Recht nicht erfasst worden zu sein – nicht nur durch Urteile, sondern als tiefes Missverhältnis zwischen formaler Prüfung und existenzieller Erfahrung. Die Langzeitfolgen…
Mit HeringsHypnose habe ich einen Küstenkrimi gelesen, der mich von der ersten Seite an mit seiner skurrilen Mischung aus Humor, Spannung und leichter Absurdität gepackt hat. Heringsdorf wird hier nicht einfach nur als idyllische Ostseekulisse gezeigt, sondern als Bühne für einen Fall, in dem Wellness, Wahn und Wahrheit auf höchst vergnügliche Weise aufeinandertreffen. Besonders gefallen hat mir der originelle Einstieg in die Geschichte. Schon früh wird klar, dass dieser Roman sich nicht mit gewohnten Krimipfaden begnügt, sondern mit einer ordentlichen Portion Ironie und Fantasie arbeitet. Der Hypnose-Guru Dr. Magnus Bernstein, der tote Teilnehmer und das merkwürdige Hering-Ritual sorgen für ein…
„Schönheit, Schnee und Limoncello“ ist ein atmosphärisch dichter Gardasee-Krimi, der mit starkem Lokalkolorit und einer vielschichtigen Figurenwelt überzeugt, dessen sehr komplex konstruiertes Geflecht aus Handlungssträngen jedoch gelegentlich zulasten der Übersicht geht. ​Viola Eigenbrodt beginnt mit einem scheinbar „kleinen“ Fall: Ein toter Terrier wird im Hafen von Riva del Garda gefunden, beschwert und ins Wasser geworfen – eine grausame Tat, die rasch deutlich macht, dass hier mehr im Spiel ist als bloße Tierquälerei. Von diesem Schockmoment aus breitet sich ein Netz aus Bedrohungen, Erpressung und alten Schuldgeschichten rund um die wohlhabende Familie Carbone und ihr Limoncello-Imperium aus, in dem auch ein…
Mit Gleissturz legt Dietmar Cuntz einen Justizthriller vor, der gleichrangig an der Auflösung eines Falls und an den Rissen interessiert ist, die ein Fehlurteil im Leben eines Menschen hinterlässt. Im Zentrum steht Erol Klein: Nach zwei Jahren Haft freigesprochen, juristisch rehabilitiert – und doch gesellschaftlich gezeichnet. Der Roman folgt diesem Nachhall der vermeintlichen Wahrheit mit einer Ernsthaftigkeit, die weit über das Genre hinausweist. Was bleibt, wenn die Akte geschlossen ist, das Misstrauen jedoch fortlebt? Dabei entfaltet sich die Handlung nicht nur als Kriminalfall, sondern als Studie über Schuldzuschreibung, Stigmatisierung und die fragile Mechanik öffentlicher Wahrnehmung. Die Ermittlungen der Kommissare Bintje…
„Echorockband oder das ganz große Geld“ ist ein ungewöhnlich aktueller Krimi über Love-Scamming, der Liebesgeschichte, Vereinsleben und organisierte Kriminalität zu einem spannend erzählten „Scammerkrimi“ verwebt. Im Zentrum stehen der Gitarrist Miguel, für den die Echorockband und der Musikverein „Goldene Note“ Lebensinhalt sind, und Olga, eine IT-Fachfrau und Geflüchtete aus Tadschikistan, die sich hinter der glamourösen Identität „Alice“ verbirgt. Während Miguel vor allem für Musik und Vereinskasse brennt, kämpft Olga mit traumatischer Fluchterfahrung, der Sorge um ihre Familie und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. ​Der Roman zeigt, wie professionelle Scammer systematisch emotionale Schwachstellen ausnutzen: Olgas Sehnsucht nach ihrer Familie, ihre Hilfsbereitschaft und…
Mit „Todestiefe“ legt Bernadette Calonego den inzwischen siebten Fall für Calista Gates vor, die mittlerweile als Staff Sergeant eine neue Taskforce der RCMP leitet. Schon der Einstieg hat mich überzeugt: Mehrere Menschen stürzen an Neufundlands Küsten von den Klippen, offiziell ist von Selbstmorden die Rede, doch schnell zeigen sich Ungereimtheiten und verdächtige Zufälle. Die Autorin verknüpft den aktuellen Fall um eine junge Mutter, deren Leiche nie gefunden wurde, mit früheren ungeklärten Stürzen und öffnet damit ein ganzes Geflecht aus familiären Spannungen, alten Verletzungen und unterschiedlichen Wahrheiten innerhalb eines eng verflochtenen Umfelds. Besonders gelungen fand ich, wie nach und nach sichtbar…
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