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Rezensionen

Es ist die Geschichte einer innerlich zerrissenen jungen Frau, die in ihren verschiedenen Vergangenheiten festhängt und davon nicht loskommt. Sie ist Meisterin im Verdrängen diverser Ereignisse, die sie immer mal wieder aus der Bahn ihres Lebens geworfen haben. Schublade auf – Ereignis rein – Schublade zu und tief in der Seele verstecken. Schwierig ist auch das Mutter-Tochter-Verhältnis, sie sind wahrlich keine Freundinnen, da sind innere Spannung, die unüberwindbar scheinen, das macht das Ganze noch schwieriger. Und doch ist die junge Frau auf der anderen Seite sehr selbstbewusst und arbeitet als Auslandsjournalistin in Syrien. Wahrscheinlich ist das auch so eine Art…
Was passierte wirklich 1959 am Djatlow-Pass? Um die Tragödie, die nie ganz aufgeklärt wurde, ranken sich viele Spekulationen. Eine unglaublich imposante und durchweg interessante Variante, haben die Autoren Andreas Laue und Werner Betz in diesem Buch aufgezeigt. Sie ziehen dazu freigegebene Protokolle der Sowjetmacht und des KGB der damaligen Zeit heran. Gewähren der Leserschaft auch aufschlussreiche Einblicke in die verschiedensten Gesprächs- Telefon- und Verhörprotokolle der vergangenen Ereignisse. Beide Autoren haben es verstanden, in ihrem Tatsachen-Krimi, ein gekonnt symbiotisches Zusammenspiel aus Elementen des Sachbuchs, tatsächlich gewesener Vergangenheit und spannenden fiktiven Elementen zu kreieren. Die Handlung liest sich trotz der vielen Zeitprotokolle…
Norbert Sternmuts neues Werk ist ein psychologisch dichtes und schweres Buch, mit einem Inhalt, der eigentlich immer präsent sein sollte und der grade jetzt in der Corona-Krise ein immenses Gewicht erhält. In epischer Weise erzählt der Ich-Erzähler des Buchs von seinem Winterdienst in einem Kinderheim, in welchem traumatisierte und verhaltensauffällige Jungen leben. Erschütternd beschreibt er die einzelnen Traumata der Jungen, die nachzeichnen, warum sie so sind wie sie sind – verstört, verschüchtert, voller Zorn, Hass, Wut, aggressiv gegen sich selbst, gegen andere und gegen Gegenstände. Aber auch sprachlos. Sie haben ihr eigenes ›ICH‹ verloren. Durch physische, sexuelle und psychische Gewalt,…
Die Protagonisten haben alle so ihre Macken, sind absolut nicht einfach. Zwischenmenschlich schwingen da die unterschiedlichsten Gefühlstöne hin und her. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Lebensrucksack zu tragen. Das macht es manchmal schwierig, aus dem gewohnten Trampelpfad herauszutreten und ein paar neue Schritte zu versuchen. Oft hilft da nur ein kleiner Sturm, der die Luft reinigt und manchmal auch nur eine Hand, die sich dem Gegenüber entgegenstreckt. Es menschelt in der Story und doch ist sie voller beschwingter Leichtigkeit – eben rasante turbulente Tanzschritte des Lebens. Und ganz wichtiges Fazit: Echte Freunde sind da füreinander, in guten und in…
Schon allein das Grundthema des Thrillers ist interessant und weckte zusammen mit dem faszinierend schönen Cover meine Neugier auf die Story. Und ich wurde nicht enttäuscht. Eindrucksvoll schildert Fiona Limar im Laufe der Handlung, warum grade junge, oft in sich instabile Menschen, der Anziehungskraft dunkler melancholischer Lebensarten/Subkulturen/ erliegen. Endlich irgendwie dazu gehören zu einer Gruppe, endlich anerkannt sein. Und deshalb sind sie auch willig, sich bestimmen Ritualen zu unterwerfen und sich unterzuordnen. Das ist ja auch in Ordnung, solange es einvernehmlich geschieht. Doch dann geschehen zwei mysteriöse Morde und plötzlich ist alles anders. Die Ermittlungsarbeiten gestalten sich kompliziert, zumal zwei…
Gekonnt verknüpft die Autorin in ihrem neuen österreichischen Regionalkrimi Spannung und Humor miteinander. Sie versteht es, ein wirres Knäuel von feinen Fäden zu ziehen, die sich erst am Ende des Romans entwirren. Dazwischen punktet die Handlung inhaltlich mit lustig-nachdenklichen Charakterstudien der verschiedenen Protagonisten. Beschreibt deren unausgesprochenen Wünsche und Träume, ihre individuellen Verfehlungen und ihre zwischenmenschlichen Abhängigkeiten. So entstehen im Laufe der Handlung angereicherte konfliktgeschwängerte Situationen, manchmal total witzig, manchmal interpersonell peinlich, manchmal berührend und immer spannend. Am Ende des Krimis gibt es ein psychologisch sehr dichtes Täterprofil und der Serienmörder wird gestellt, außerdem erwartet die Leserschaft noch das humorige Erlebnis,…
Christine Kaysers ››Im Auf und Ab des Lebens‹‹ trägt autobiografische Züge. Inhaltlich hat mich vieles sehr bewegt, manches ziemlich erschüttert, sodass ich für einige Stunden die Lektüre beiseite legte. Es ist ein Buch, welches sich nicht schnell wegliest, weil vieles danach ruft, nochmals gelesen zu werden, um die Tragweite dessen zu begreifen und zu verinnerlichen und weil auch vieles zwischen den Zeilen steht. Zauberschön finde ich die bildhaft eindrucksvollen Naturbeschreibungen, die sie schildert, ebenso ihre Gedichte und Aphorismen – mit alldem malt sie der Leserschaft wundervolle Bilder. Es sind episodenhafte Kurzgeschichten in der Ich-Form und auch Begebenheiten diverser Personen ihres…
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