Font Size

SCREEN

Profile

Layout

Menu Style

Cpanel

Todesstollen - Fiona Limar und Leif Eklund Empfehlung

Unglaublich – bereits der 13. Band der Schwedenthriller-Reihe, und doch gelingt es Fiona Limar und Leif Eklund erneut, von der ersten Seite an zu fesseln. Todesstollen entführt die Leser wieder in die düstere, atmosphärisch dichte Welt der schwedischen Ermittlerin Alva Claesson – und liefert Hochspannung pur.

Der Einstieg ist packend: Ein Mädchen bricht bei einer Wanderung abseits der Wege in einen alten Stollen ein. Bei der Rettungsaktion wird eine Leiche entdeckt – die Überreste einer Sechzehnjährigen, die vor zehn Jahren verschwand. War es ein Unfall oder Mord? Die Ermittlungen führen Alva Claesson und ihr Team zurück in die Vergangenheit und ins Umfeld der damaligen Freundinnen des Opfers. Zwei von ihnen bleiben bei ihrer Aussage, doch die dritte leidet unter Albträumen und Flashbacks. Mithilfe einer Hypnosetherapie beim Psychologen Birger Nyberg versucht sie, ihre Erinnerung zurückzuerlangen – und setzt damit eine gefährliche Entwicklung in Gang. Als neue Erinnerungsfetzen auftauchen, geschehen weitere Morde, und plötzlich geraten mehrere an den Ermittlungen Beteiligten selbst ins Visier des Täters – mit dramatischen persönlichen Auswirkungen auf das Team. Sogar vor einer Kindesentführung wird nicht zurückgeschreckt.

Der Spannungsbogen ist hervorragend aufgebaut und hält bis zum nervenaufreibenden Showdown. Geschickt werden falsche Fährten gelegt, überraschende Wendungen eingebaut und zusätzliche Handlungsstränge entwickelt, sodass es durchweg spannend bleibt. Mehrfach glaubte ich, die Lösung zu kennen – nur um kurz darauf erneut überrascht zu werden. Die klare, fokussierte Erzählweise mit gezielten Fallstricken für die Leserschaft liebe ich an dieser Reihe besonders, denn genau das macht diese Thriller des Autorenduos so mitreißend.

Auch das Ermittlerteam überzeugt erneut: sympathisch, glaubwürdig und lebendig gezeichnet. Wer die Reihe kennt, freut sich über das Wiedersehen mit vertrauten Figuren und deren Weiterentwicklung – Neueinsteiger können den Thriller aber problemlos ohne Vorkenntnisse lesen.

Besonders stark ist zudem die gesellschaftliche Ebene der Geschichte. Der Roman greift das sogenannte „Rich-Kids-Syndrom“ auf – die Schattenseite großen Reichtums. Extreme finanzielle Privilegien werden hier als charakterliche Belastungsprobe dargestellt: Was andere sich mühsam erarbeiten müssen, wird manchen als selbstverständlich in die Wiege gelegt. Der Thriller zeigt eindrucksvoll, wie Geld toxisch wirken kann, wenn Werte, Grenzen und Verantwortung verloren gehen. Es gibt charakterstarke – und charakterschwache – Jugendliche, die glauben, man könne sich mit Geld Freunde, Loyalität und sogar Straffreiheit kaufen. Doch echte Freundschaft und Liebe sind nicht käuflich – und genau dieser Kontrast verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe es fast in einem Rutsch verschlungen. Großartig geschrieben, stark konstruiert, mit vielschichtigen Charakteren und einer durchgehend dichten Atmosphäre wird Todesstollen zu einem echten Lesehighlight.

Fazit: Hochspannend, psychologisch dicht und thematisch relevant – ein Thriller, der Tempo, Figurenstärke und gesellschaftliche Brisanz gekonnt verbindet. Klare Leseempfehlung.

Heidelinde Pemndorf

(Februar 2026)

Klick zum Kauf des gebundenen Buchs

Klick zum Kauf des Taschenbuchs