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Interview zum Buch »ONKEL HENRI« Heidelinde Penndorf im Gespräch mit Monsieur Rainer-Rainer Kahni

 

Sehr geehrter Herr Kahni,

die enge Zusammenarbeit zwischen einem Autor und einem Lektor bzw. einer Lektorin ist immer etwas Besonderes. Korrektur und das Redigieren von Manuskripten gebieten ein besonderes Vertrauensverhältnis zu einander. In diesem Zusammenhang möchte ich mich ganz herzlich für Ihr Vertrauen in meine Person und meine damit verbundene Arbeit bedanken.

Sie erwähnten im Zuge dieser Zusammenarbeit, das das Manuskript/ Buch »O N K E L  H E N R I« eine eigene ziemlich abenteuerliche 10 jährige Geschichte, ja eine regelrechte Odyssee erlebt hat. Mögen Sie ihre Leserschaft an dieser Odyssee teilhaben lassen?

 

Zur Geschichte des Buches »Onkel Henri«: Als ich begonnen habe, Bücher zu schreiben, war ich meiner Arbeit als Seniorpartner einer Gesellschaft von Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Rechtsanwälten und Notaren langsam überdrüssig. Ich hatte das Unternehmen als Einzelgesellschaft zusammen mit einem Partner gegründet und es dann in einer übertragenden Umwandlung in einer Aktiengesellschaft fortgeführt. Sie wurde groß und größer und damit auch meine gesundheitliche Belastung, der ich nicht mehr standhielt. Meine brachiale Schreibgewalt war schon immer berüchtigt, und das nicht erst seit ich Bücher schreibe, auch meine Aufsätze in der Schule und meine Schriftsätze waren bei Gericht schon lange legendäre literarische Leckerbissen.

Also fing ich an, meine Erlebnisse aufzuschreiben. Zuerst kam »STAATSSTREICH VON OBEN«, dann »DER NIZZA - CLAN«, dann »DIE MAÎTRESSE  DER REPUBLIK« und schließlich »DIE WÄLDER VON FONTAINEBLEAU«. Ich war völlig naiv, was das Verlagsgeschäft anbelangte und ging prompt einem richtigen Schmock aus der schillernden Szene der Literaturagenten auf den Leim. Er versprach mir den Himmel auf Erden und fabulierte davon, dass ihm ein neuer ›Simmel‹ erschienen sei. Sie ahnen es: Es hat mich viel Geld gekostet, ernst zu nehmende Verlage haben diese Bücher nie gefunden.  Der »STAATSSTREICH VON OBEN« ist heute eine antiquarische Rarität, »Der NIZZA - CLAN« wurde bei einem seriösen Verlag unter dem Titel »DIE NIZZA CONNECTION« veröffentlicht und hat seinen Platz am Büchermarkt gefunden, »Die MAÎTRESSE DER REPUBLIQUE« wird bald als E - Book unter dem Titel »LADY GERALDINE« (auch in englischer Sprache) erscheinen.

Für »ONKEL HENRI« machte ich mich wieder auf die Suche nach einem Verlag, weil ich felsenfest davon überzeugt bin, dass der Roman ein großer Erfolg wird. Es kam wie es kommen musste: Ein Literaturagent schwärmte von diesem Manuskript in den höchsten Tönen… und nahm mir wieder erst einmal viel Geld für ein Lektorat ab, mit dem Versprechen, einen Großverlag für dieses »herausragende Werk« zu finden. Der renommierte Verlag fand das Buch sogar gut, stellte aber nach 4 Monaten fest, dass er gar keine Bücher aus dem französischen Sprachraum verlegen wolle. Als ob man das nicht nach dem Lesen des Klappentextes innerhalb von 10 Minuten auch hätte feststellen können. Ich war es leid und veröffentlichte »ONKEL HENRI« nun als E – Book. Es kann in der ganzen Welt über ein riesiges Verteilernetz bezogen werden.

 

Ihre Ausführungen und eigene Recherchen lassen für mich folgende Schlussfolgerungen zu: In den bekannten renommierten großen Verlagen werden also zu 99% Autoren veröffentlicht, die marktgerecht im Trend liegen, Auftragsschreiber sozusagen. Der Autor ist nicht mehr die Marke, sondern der Trend ist die Marke! Werden Autoren wirklich so degradiert und warum schreiben Sie dann nicht marktgerecht? Warum passen Sie sich als Autor dem Markt nicht an?

 

 

Conclusio: Den Verlagen geht es nicht besonders gut in Deutschland. Neue Autoren finden fast keine Chancen mehr veröffentlicht zu werden. ›Das Risiko sei zu groß‹, meinen die Verlage und verschmähen viele Talente. Die alten Dinosaurier – Verlage kaufen lieber Rechte von ausländischen Bestsellern, übersetzen sie und bringen sie unter Ausschluss von unternehmerischem Risiko auf den Markt. Einheimische Talente bleiben auf der Strecke. Auf dieses literarische Brachland hat sich ein Markt spezialisiert, der ON DEMAND druckt oder das neue Medium E - BOOK an die internationalen Märkte lanciert. Das ist der Markt der Zukunft! Ich schreibe, was mir gefällt und richte mich nicht nach Markttrends. Meine Bücher finden ihre Leser, entweder als Print - oder als E - Book. 

 


Nun zurück zum Buch »O N K E L  H E N R I«Warum haben Sie sich für dieses Cover entschieden, obwohl die Handlung des Buches in der modernen Zeit des 20.Jahrhunderts angesiedelt ist?

 

 

Das Cover sollte dem Stil und der Klasse der Protagonisten und den Schauplätzen der Handlung angemessen sein. Edel! Ich habe einen jungen Spezialisten gefunden, der das sehr engagiert und mit viel graphischem Können umgesetzt hat. Dafür bin ich dankbar!  

 

 

Sie haben in die Handlung Protagonisten zwei extrem gegensätzliche soziale Schichten eingebettet. Das kommt doch nicht von ungefähr?

 

 

Zwei soziale Schichten? Es ist die Geschichte vom Aschenputtel, das seinen weißen Ritter findet, wenn Sie so wollen, ›Pretty Woman‹ auf französisch! 

 

»O N K E L  H E N R I« ist eine wundervolle Liebesgeschichte, doch auch in diesem Roman haben Sie diverse Zusammenhänge und Hintergründe des politischen Zeitgeschehens des 21. Jahrhunderts eingebunden. Warum ist es für Sie so wichtig, auch in diesem wunderschönen Liebesroman, Ihre Leserschaft immer wieder darauf aufmerksam zu machen, dass die Welt alles andere als friedvoll ist?

 

 

Ich bin kein Schnulzen und Groschen – Romancier. Onkel Henri ist eine Person der Zeitgeschichte. An seiner Person erzähle ich die geschichtlichen Ereignisse des 20. Jahrhunderts in all seinen Facetten. Der Mann ist einfach ein Original, das man lieben muss! Wenn ich einen Roman schreibe, dann habe ich zwar den Plot im Kopf, aber wie ich dahin komme, weiß ich bei Beginn selbst noch nicht!  

 

 

Und trotz der Ernsthaftigkeit der Handlung des Romans »O N K E L  HE N R I« lernt die Leserschaft neuen Züge des Autors Rainer Kahnis, Monsieur Rainers kennen. Sie kommen hochsensibel, lyrisch, musisch und zutiefst romantischen rüber. War diese »Schreibe« Ihnen auch selbst neu? Oder haben sie der Leserschaft bewusst das bisher vorenthalten, sozusagen als Überraschungseffekt?

 

Neue Seiten an mir? Eigentlich nicht! Wer mich kennt und meine vielen anderen Bücher gelesen hat, weiß, dass meine Romanhelden viel von meinem Alter Ego haben. Sie sind alle knüppelhart in der Sache, haben aber viele menschliche Schwächen wie Gutgläubigkeit, neigen zum Überschwang, sind großzügig bis zur Selbstaufopferung, haben wenig Beziehung zu Geld und anderen irdischen Gütern, sind oft sehr depressiv bis melancholisch, tief intellektuell, philosophisch bis hin zum misanthropischen, musisch bis zur tiefen Versunkenheit in die klassische Musik. Also ICH. Insofern nichts Neues! All das lasse ich in diese Roman einfließen! Das Buch ist zum Weinen schön und treibt selbst mir heute noch die Tränen in die Augen. Und JA, Onkel Henri hat viel mir!

 

 

 Darf Ihre Leserschaft zukunftsgerichtet ein neues Werk ihrer bemerkenswerten Feder erwarten?

 

 

Ja, endlich komme ich dazu, »DER REPORTER« zu schreiben. Das Buch soll einen Schlusspunkt unter meine Arbeit als Journalist und Mitglied von Reporters sans frontières setzen. Es wird ein sehr bitteres Buch, denn ich habe nie so viel gelitten, als in meiner Kindheit, meiner Zeit beim Militär und als Journalist. Einigen Ahnungslosen, die sich heute noch in dümmlichen Schmähungen über mich ergehen, werden die Augen übergehen, wie in diesem harten Geschäft wirklich gearbeitet wird. Kein Kriegsberichterstatter, der in vorderster Front war und von dort berichtet, kann seine Reportagen direkt vor Ort und am selben Tag senden, ohne sich und seine Crew in Lebensgefahr zu bringen. Oft können die Berichte erst Wochen nach deren Entstehung ausgestrahlt und gesendet werden, wenn die Reporter  längst wieder in Sicherheit sind. Es ist nicht nur die Grausamkeit des örtlichen Geschehens, die Trauer um gefallene Kollegen und Freunde, nein, es ist auch die Dummheit von bösgläubigen Menschen zu Hause, die einem das Leben als Reporter schwer machen.

 

Sehr geehrter Herr Kahni,

ich danke Ihnen herzlichst für dieses sehr offene und aufschlussreiche Gespräch.

 

Ich danke Ihnen für das Gespräch!

 

Gespräch geführt am 11.03.13

 

 

 

 

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