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Die Ballade von Cenk und Valerie - Tatort

Ich mag die sonntäglichen Serien Polizeiruf und Tatort. Sie sind Kult. Die letzten Serien hatten oftmals einen sozialkritischen Hintergrund und das fand ich gut.

Doch dieser Tatort war anders - ein richtiger Reißer, spannend von der ersten bis zur letzten Minute. Atemlos verfolgte ich die Handlung und vergaß Raum und Zeit.

In einer konzertierten Aktion ermittelt Cenk Batu Undercover im Finanzmilieu. Ein junger skrupelloser Trader lässt sich mit einer Auftragskillerin ein. Sie soll den Bundeskanzler ermorden. Korrupte Börsianer ohne Gewissen haben auf dessen Tod gewettet und verdienen bei Gelingen einen Haufen Geld. Die Auftragskillerin nimmt den Auftrag an, doch sie ist durch ein Lungenkarzinom geschwächt und steht dem Tod näher, wie dem Leben. 

Der Zufall kommt ihr zu Hilfe. Sie findet heraus, das Cenk Batu ein verdeckter Ermittler ist und entführt seine schwangere Freundin. Die bezahlte Killerin ist eiskalt und droht Batu, seine Freundin umzubringen, wenn er ihren Auftragsmord nicht übernimmt. Öffentlich soll er den Bundeskanzler töten, vor laufender Fernsehkamera. Batu informiert seine Kollegen und den Bundeskanzler und bittet sie, seine Freundin zu befreien, Sie reagieren anders als wie von Batu erwartet. Er findet keine Hilfe und Unterstützung.

Batus Freundin wird von  der Killerin mit autistischen Zügen schwer misshandelt, so dass sie ihr Kind verliert. Fast nicht auszuhalten ist die Szene, in der Auftragskillerin Valerie ihren eigenen Sohn tötet, weil er die Freundin Batus schützen will.

Der Undercover Ermittler entscheidet sich letztendlich gegen seinen Job und für die Liebe. Er ist bereit den Bundeskanzler zu töten und stirbt dabei im Kugelhagel durch seine Kollegen. Dramatisch sind die letzten Bilder des Filmes. Der Zuschauer erlebt, wie die Auftragskillerin aus dem Auto steigt und mitten auf dem Bürgersteig ihrer Krankheit erliegt. Gleichzeitig befreit sich die Freundin Batus aus dem Kofferraum des Autos und erreicht kurz vor seinem Tod den Ort des Geschehens. Es reicht gerade noch für einen Kuss, dann muss sie mit ansehen wie er stirbt.

Ein sehr anspruchsvoller Tatort und ich denke auch, sehr nah an der Realität. Banker wetten  doch schon bei Abschluss der Riester Rente auf den unerwartet frühen Tod ihrer Kunden und sie verkaufen Anlegern Todeswettenfonds. Warum dann nicht direkt auf den Tod eines bestimmten Menschen wetten?  In diesem Tatort wird die ganze Tragweite des Finanzkasinos und deren entrückte Realitätsnähe angesprochen und kritisiert.

Hervorheben möchte ich hier die exzellente schauspielerische Leistung von Corinna Harfouch als Agentin Vallerie. Das hat Hollywood-Charakter!

Dieser Tatort ist ganz großes Kino!

Heidelinde Penndorf

 

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