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Die Wolke - Gregor Schnitzler

2006 verfilmte Gregor Schnitzler das erfolgreiche Jugendbuch „ Die Wolke“  der Autorin Gudrun Pausewangs, den diese unter dem Eindruck  der Atomkatastrophe in Tschernobyl – dem bekannten Super-GAU (April 1986) verfasste.

Der Inhalt des Films hat Wochen in mir  nachgewirkt, tut es eigentlich noch. Die Handlung des Films lässt mich einfach nicht los.

Sie beginnt fröhlich, leicht und locker an einem wunderschönen Sommertag in einer nordhessischen Kleinstadt. Die Zuschauer sehen die Filmheldin Hannah badend mit ihrer Freundin, während ihr kleiner Bruder ihr einen Streich spielt, der die Zuschauer amüsiert und zum Lachen reizt. Hannahs Hormone spielen in der Nähe ihres Klassenkameraden Elmar verrückt, und beide genießen das erste Verliebt Sein, den ersten Kuss.

Und von einer Minute zur anderen ist alles anders- emotional aufwühlend und beklemmend beginnt für die Menschen in der hessischen Kleinstadt ein atomares Katastrophenszenario. Der ABC –Alarm der Sirenen schleudert die Menschen der idyllischen Stadt von jetzt auf gleich erbarmungslos in eine neue, in eine grausam real andere Welt des Lebens und Handelns.

Bedrückend der Blick auf die verwaiste Stadt, in der die Kühe frei herumlaufen, bedrücken auch die flüchtenden Menschen, die sich mit ihren Autos in Staus wiederfinden und sich ihre aufgestauten Ängste agressionartig entladen. Emotional schwer auszuhalten die Szenen, als Hannahs kleiner Bruder überfahren wird und Hannah allein mitten auf der Straße sitzend ihren toten Bruder im Arm hält. Einschreiten möchte man, als eine flüchtende Familie den kleinen Jungen ins Maisfeld ablegt und die unter Schock stehende willenlose Hannah einfach in ihrem Auto mitnimmt.

Gespenstisch die Szenen auf dem Bahnhof, Menschen versuchen voller Panik und grenzenloser Angst irgendwie in die Züge zu kommen. Familien werden getrennt. Hannah sieht kurz Elmar, doch flüchtende drängende Menschenmassen treiben beide immer weiter auseinander.

Hannah, psychisch noch immer unter Schock und völlig am Ende ihrer geistigen und körperlichen Kräfte resigniert, gibt auf, geht vom Bahnhof auf die Straße und bricht zusammen. Radioaktiver Niederschlag fällt sacht und leise auf sie nieder. Die Straßen menschenleer, chaotisch verwüstet von flüchtenden Menschenmassen – nur Hannah liegt da- bewusstlos, allein – verseucht!

Nicht zum Spass - Fernsehen umzuschalten, die Szene auszuhalten, kostet schon Überwindung. Doch ich wollte nicht wegsehen – ich dachte an Tschernobyl und Fukushima. Ich hab es ausgehalten, angesehen, auch die grausame Wirklichkeit, die nach dieser Szene kam. Der Film zeigt in der weiteren Handlung die schlimmen psychischen und physischen Folgen eines atomaren Super-Gau. Kinder, Jugendliche, Erwachsene leiden entsetzlich, viele schaffen es nicht, sterben. Ärzte, Schwestern und Freiwillige arbeiten bis zur Erschöpfung.

Der bildhübschen rothaarigen Hannah gehen in der Strahlenklinik die Haare aus- seelisch kaum verkraftend, hält sie büschelweise ihre wunderschönen langen Haare in den Händen.

Getragen wird der Film von der beginnenden großen Liebe zwischen Hannah und Elmar. Elmar findet Hannah durch Suchlisten endlich in der Klinik. Beide stehen zusammen, auch gegen den Willen seines Vaters, stützen sich psychisch, sind füreinander da.

Elmar, auf der Suche nach Hannah war zu lange der atomaren Strahlung ausgesetzt, auch er erkrankt…..

Die Schlussszene :

Die gesperrte Zone, ihre Heimatstadt, wird eines Tages wieder freigegeben. Beide im Auto auf dem Weg dorthin, dorthin wo sie einmal unbeschwert glücklich waren. Sie fahren zum Maisfeld, suchen die Überreste des kleinen Bruders und beerdigen ihn.

Der Film ist etwas Besonderes, er kommt ohne Spezialeffekte aus, unspektakulär, nicht laut tönend- umso tiefer wirkt die Handlung auf die Zuschauer, nichts lenkt ab! Das Drama ist so bestürzend ernst und voller tiefer Emotionen, weil die Handlung sehr real zeigt, wie ein atomarer Super Gau das Leben junger Menschen zerstört – für immer!

Gregor Schnitzler lässt die Zukunft offen für ein intelligentes Nachhallen im Kopf. Die Handlung des Films wird mich emotional und nachdenkend, nie ganz los lassen. Dafür sorgten auch die zwei Hauptdarsteller  Paula Kalenberg als Hannah und Franz Dinda als Elmar. Spitzenleistung!

Diesen Film lässt die Zuschauer innehalten und fordert zum ernsthaften Nachdenken heraus.

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