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Interview mit dem Autorenduo Valerie le Fiery und Frank Böhm Empfehlung

 

 

 

Liebe Valerie und lieber Frank, ihr sitzt heute bei mir auf dem virtuellen Sofa, weil ich euch gern interviewen möchte. Die Idee dazu entstand ja auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse, wo wir ein paar sehr schöne Stunden miteinander verbrachten.

 

Gern möchte ich mit Dir anfangen Frank.  Seit wann schreibst Du, warum und in welchem Genre?

 

Also, ich schreibe schon eine ganze Weile. Begonnen habe ich mit einem Roman, der jahrelang in einer Schublade verschwunden war und erst im letzten Jahr erschienen ist. Zwischendurch habe ich mich der Lyrik gewidmet. Mein erster Gedichtband ist 2006 erschienen, danach war erst einmal ein wenig Ruhe, aber jetzt häuft sich der Buchstabensalat. Sowohl Dichtereien als auch klassische Kurzgeschichten, doch ebenso Dramatik und Humor gehören zu meinem Repertoire. Mein Hauptaugenmerk ist jedoch die Gay-Romance.

 

Liebe Valerie, wir kennen uns ja virtuell schon seit Dezember 2014. Da rezensierte ich Dein Buch »Sophia - Dem Abgrund so nah«. Die Handlung des Buchs hat mich stark beeindruckt, sodass ich Dich später auch um eine Leseprobe für meine Website bat.

 Meine Fragen an Dich:

Deine Recherche zu diesem Buch, führte sie dich in dieses Milieu, in welchem Sophia für einige Zeit untergetaucht war? Hast Du mit Menschen gesprochen, die Ähnliches erlebten, wie Sophia? Was liegt Dir zu diesem Thema am Herzen?

 

Die Idee für dieses Buch entstand aus einer Unterhaltung mit einem Autorenkollegen. Ich fand es spannend, mich mit dem Thema Sucht zu beschäftigen und dieses in eine Geschichte zu fassen. Mit diesem Buch möchte ich auf die Gefahren hinweisen, die der Alkohol- und Medikamentenkonsum mit sich bringt, aber auch vor Vorurteilen warnen. Die Recherche fand im Internet statt, aber auch persönliche Gespräche hat es darüber gegeben.

 

Im Februar diesen Jahres nun entdeckte ich auf Facebook Werbung des Autoren-Duos Valerie le Fiery und Frank Böhm. Das weckte meine Neugier und ich habe eurer gemeinsames Buch »Schwarze Rosen für Oliver« gelesen und auch rezensiert.

Meine Fragen an euch beide: Seit wann schreibt ihr gemeinsam und wie kam es dazu?

 

Uns zwei verbindet eine wunderbare Freundschaft. Wir glauben auch, dass das eine Grundvoraussetzung ist, um eine solche Co-Autorenschaft zu generieren. Tatsächlich haben wir vor fast zwei Jahren entdeckt, dass unsere Stile zueinander passen und wir zu zweit eine Menge Worte auf das virtuelle Papier bekommen können. Außerdem sprudeln wir förmlich vor Ideen, wenn wir über zukünftige Projekte sprechen.

 

Wie gestaltet sich so eine Duo-Zusammenarbeit? Gibt es einen gemeinsamen Arbeitsprozess?

 

Zu diesem Zweck haben wir eine geheime Facebook-Gruppe gegründet. Dort kann jeder Ideen und fertige Texte einstellen und der andere Co-Autor korrigiert das Rohmanuskript, bevor er an diesem anknüpft. Zum Schluss werden die Teilstücke zusammengesetzt, nochmals von jedem gelesen, korrigiert, lektoriert und nach Möglichkeit laut vorgetragen.

 

Wer schreibt die Liebesszenen? Die Charaktere der Protagonisten, die Handlungsentwicklung, der Spannungsaufbau und die vielen anderen Kleinigkeiten, die ein gutes Buch ausmachen, das Buchcover – entsteht das alles in Gemeinschaftsarbeit oder hat da jeder sein Ressort, wo er dem anderen zuarbeitet?

 

All das läuft gemeinsam. Zu Beginn eines Projektes überlegen wir uns genau die Handlung und den damit verbundenen Aufbau. Das bedeutet jedoch nicht, dass alles in Stein gemeißelt ist. Bei „Schwarze Rosen für Oliver“ stand zuallererst der Titel, bei unserem aktuellen Roman war das eine der schwierigsten Aufgaben für uns, da es die meisten angedachten Titel bereits gab. Das gleiche gilt für Cover. Manchmal entsteht dieses relativ zügig, dann gibt es durchaus Projekte, bei denen die Bildersuche zur Tagesaufgabe wird.

 

»Schwarze Rosen für Oliver« ist ja nicht irgendein Buch. Die Handlung des Buchs berührt ja sehr intensiv das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe, hier die zweier Männer. Ein sehr gutes Buch und für euer gemeinsames Nachwort habt ihr meine ganze Achtung und meinen ganzen Respekt.

Das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe wurde ja im Zusammenhang mit dem Tod des ehemaligen Politikers Guido Westerwelle in den Focus gerückt. In unserer Gesellschaft, im zwischenmenschlichen Miteinander und auch in der Politik gibt es immer noch Berührungsängste und zum Teil auch rigorose Gesetzeslücken, um diese Partnerschaften auf gleiche Augenhöhe zu heben.

Ihr habt jetzt beide die Möglichkeit die Dringlichkeit eures Nachworts des Buchs »Schwarze Rosen für Oliver« hier im Interview zu wiederholen und zu erläutern:

 

Menschen sollten ohne Vorurteile behandelt werden, unabhängig von ihrer Religion, ihres Aussehens, der Herkunft oder der sexuellen Orientierung. Eine Gleichstellung der homosexuellen Ehe ist unabdingbar, ferner sollten Verfolgung und Diskriminierung auf der Welt endlich ein Ende finden.

 

Ihr schreibt ja, jeder für sich, auch noch Bücher, die bearbeitet und veröffentlicht werden wollen und dazu noch eure gemeinsamen Projekte. Ich kann mir vorstellen, dass dies ein immenses Arbeitspensum neben eurer hauptberuflichen Tätigkeit ist. Wie ist das überhaupt zu schaffen? Müsst ihr da einen strikt geregelten Tagesplan nachgehen.

 

Da wir beide nicht wissen, was uns der Tag beschert, kann man sich eine Menge vornehmen   (und gelegentlich auch schaffen), man muss jedoch auch akzeptieren, wenn die Müdigkeit die Oberhand gewinnt. Eines ist jedoch klar: Unsere geplanten Projekte haben wir bisher immer durchgezogen – und das bereits oft in einem kürzeren Zeitrahmen als zuvor angedacht.

 

Wie geht ihr mit Schreibblockaden um?

 

Was ist denn das? Kann man das essen? Mal Scherz beiseite. So etwas kommt nur sehr selten vor. Manchmal helfen auch die Ideen des Anderen dabei weiter.

 

Wie sehen eure nächsten gemeinsamen Projekte aus?

 

Zunächst konzentrieren wir uns auf einen jeweils eigenen Roman. Zwei kleinere Sachen haben wir gerade abgeschlossen und ein größeres Projekt ist bereits in naher Zukunft  geplant. Genaueres verraten wir noch nicht. Lass dich einfach überraschen.

 

Eine letzte Frage an euch: Was wolltet ihr euren Lesern schon immer einmal sage?

 

19:01
 

 

Unterstützt die Autoren, in denen ihr ihnen auch ein Feedback zukommen lasst - unabhängig davon, ob das Buch über einen Verlag erschienen ist oder nicht. Es ist extrem wichtig für alle Kritzeltanten und Schreiberlinge. Konstruktive Kritik nehmen wir gern entgegen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Valerie le Fiery und Frank Böhm für das herzliche und ausführliche Gespräch und wünsche ihnen weiterhin viele neue Buchideen, viele Leser und bleibenden Erfolg.

30.04.2016